24 h-Tour „Blinde Rot – Extrem“.

Der Bus startete bereits um 6:15 Uhr am Kühholzparkplatz und brachte uns sicher nach Crailsheim-Onolzheim, von wo aus die Tour startete. Zur Überraschung aller wartete dort unser früherer langjähriger Wanderkamerad Harald Meyer mit einem kleinen Frühstück. Bei Kaffee und Tee sowie leckerem Finderfood konnten wir uns vor dem Start nochmals stärken. Der Start war dann um 8 Uhr am Freibad in Crailsheim. Gleich auf einem schmalen Waldpfad ging zum Aussichtsturm auf den Burgberg, welcher jedoch morgens um 9 Uhr noch geschlossen war. Nach kurzer Pause ging es weiter über Oberspeltach und Banzenweiler nach Gründelhardt, wo wir an einer Grillhütte die erste größere Pause einlegten.


Der sich anschließende Weg nach Hellmannshofen war nochmals geteert. Aber dann ging es endlich in den Wald und auf verschlungenen Wald- und Graspfaden erreichten wir dann Mainkling.

Gemächlich ging dann weiter vorbei am Fleckenbachsee bevor es wieder in ein großes Waldgebiet ging.

Teils auf Pfaden und Trampelwegen ging es schließlich bis nach Willa, wo ein leckeres Mittagessen auf uns wartete.

Das Essen im Freien unter einer Linde oder Weide hatte eine sehr beruhigende Wirkung. Es war so gemütlich, dass sich einige überlegten, dort zu bleiben und die Tour abzubrechen, doch dann ging es für alle weiter in den namensgebenden Teilabschnitt der Blinden Rot. Anfangs auf dem normalen Forstweg entlang des Bachs, ging nach ca. 2 Km auf wilden Pfaden entlang des Bachlaufs.

Dadurch wurde die Tour noch abwechslungsreicher und kurzweiliger.


Nach einem sich anschließenden ‚Normalweg‘ ging abermals auf Trampelwegen entlang der Blinden Rot bis dann die „Schlüsselstelle“ der Tour kam – eine Bachfurt über ca. 4 – 5 m. Diese hatte das Orga-Team bereits mit Steinen zur besseren Begehung vorpräpariert, doch manchen war der glitschige Übergang zu heikel.

Während einige barfuß durch den Bach wadeten, kam zufällig ein alter Traktor vorbei, welcher dann die restlichen Teilnehmer über die Bachquerung brachte. Dies war für alle TeilnehmerInnen eine Riesengaudi

– an dieser Stelle auch noch vielen Dank an den unbekannten Landwirt. Nach einer weiteren halbe Stunde ging es hoch nach Adelmannsfelden

und weiter zum Hammerschmiedesee, wo dann eine fällige Trinkpause eingelegt wurde. Anschließend ging es auf einem Wanderweg des Schwäbischen Albvereins nach Hinterbüchelberg. Hier ging es dann den Büchelberger Grat hoch zum Höfenberg. Auf der westlichen Seite ging es durch Gestrüpp einen präparierten Weg wieder runter ins Hohlenbachtal. Die restlichen 3 Km bis nach Untergröningen waren dann reine Fleißarbeit. Die Uhr zeigte bereits auf 19:30 Uhr. Vor der Brauereigaststätte gab es für die gesamte Gruppe noch Dehnübungen bevor wir uns über die leckere Vesperplatten der Brauergaststätte hermachten.

Vor dem Weiterweg stellten die TeilnehmerInnen ihre Kleidung auf den Abend- und Nachtbetrieb um. Dann kurz am Kocher entlang, verschwand die Gruppe wieder im Wald, bevor sie nach einer weiteren Stunde bei Seifertshofen wieder aus dem inzwischen zappendusteren Wald herauskam.

Beim sich anschließenden Weg runter nach Hönig, mussten wir auf einer kurzen Strecke improvisieren, um einen großen Umweg zu vermeiden – aber das war für die Gruppe kein Problem, nachdem sie tagsüber immer wieder solche Abschnitte absolvieren musste.

In Hönig wurden wir von unserem Wanderfreund Heinz Kunz, der extra seine Werkstatt mit Bänken hergerichtet hat, erwartet.


Es war inzwischen 23 Uhr und die Temperatur hat deutlich nachgelassen, so dass wir uns über die warmen Räumlichkeiten freuten. Der Vollmond war inzwischen aufgegangen. Der weitere Streckenabschnitt hoch nach Tanau war auf dem schmalen Waldpfad nochmals eine logistische Herausforderung. Weiter ging des auf gemütlichen Wanderwegen durch Durlangen bis nach Lindach.

Die Stimmung in der Wandergruppe war weiterhin bestens. Um 2:30 Uhr wurden wir dort von dem örtlichen KTZV im Hennahäusle erwartet. Das Bewirtungsteam hat uns heiße Maultaschen vorbereitet, welche wie warme Semmeln weggingen. Zur Überraschung aller Wanderer hat dann unser Wanderkamerad Jens seine Quetsche aus einem Nachbarraum geholt und die Stimmung mit ein paar zünftigen Hüttenliedern einen weiteren Höhepunkt zugefügt. Der absolute Kracher war dann die passende Tanzeinlage von Werner und Hilde – alle Achtung, schließlich hatten wir schon über 60 Km in den Knochen.

Nach einer ¾ h waren wir dann wieder für den letzten Abschnitt der Tour hergestellt. Es ging in eine Talsenke, wo wir dann auch, nach einem kleinen Verhauer vom geplanten Weg, noch im Zeitplan die Ortschaft Herlikhofen erreichten. Die erste Morgendämmerung war bereits erkennbar als wir Burgholz erreichten. Weiter ging es durch Hirschmühle und Zimmern nach Bargau, wo wir das Morgenrot bestaunen konnten.

Nun stand noch der anstrengendste Teil der Tour an – der Aufstieg über 250 Hm zum Hohen Fels auf dem Scheuelberg – besonders der letzte gesicherte Pfadabschnitt vor dem Kreuz hatte alpine Züge in sich, welche den Teilnehmer alle Kraftreserven herausforderten.

Gemütlich ging es dann rüber zum Himmelreich. Die ersten Sonnenstrahlen wirkten wie Doping. Das war auch erforderlich für den letzten Anstieg zum Bargauer Kreuz, welcher nochmals den inneren Schweinehund von allen strapazierte. Nach einer kurzen Erholungspause ging es schließlich auf kürzestem Weg durch den Mittleren Kitzing zur Kühholzhütte, welche wir alle zusammen pünktlich um 8 Uhr erreichten.

Alle waren überglücklich die strapaziöse und auch spektakuläre Tour über 83 Km und 2.000 Hm bewältigt zu haben. Nach gegenseitigen Gratulationen gab es noch das traditionelle Finisherbild vor der Kühholzhütte.

Bei dem folgenden Frühstück in der Hütte konnten wir das Erlebte nochmals kurz Revue passieren lassen….. und kaum zu glauben, fragten der ein oder die andere, was für eine Tour für nächstes Jahr geplant ist !? Manche bekommen wohl nie genug.

06.05.2026, Stephan Krieg