Kühholzhütte

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Zufahrt Kühholzhütte

Über 1.000 Arbeitsstunden haben die Mitglieder der Ortsgruppe Bartholomä des Schwäbischen Albvereins investiert – nun präsentiert sich die Kühholzhütte in neuem Glanz mit 50 Sitzplätzen in und 40 Sitzplätzen vor der Hütte (  Umbau)
Die Geschichte des Bartholomäer Schwäbischen Albvereins und der forsteigenen Kühholzhütte geht bereits in die 50er-Jahre zurück. Erst 1970 wurde unter großem Einsatz der Mitglieder die heutige Hütte erstellt. Als nächster Bauabschnitt folgten Anfang der 80er-Jahre die sanitären Anlagen und der Stromanschluss. 1996 erfolgte dann der dritte Abschnitt, der Unterstand in dem seit damals unter anderem die Bewirtschaftung der Waldweihnacht stattfindet und das Jahr über dem Forst als Garage und Arbeitsplatz dient. In all den Jahren war die Hütte Heimat der Bartholomäer Ortsgruppe und Ort vieler gut besuchter Veranstaltungen wie dem Ostertreff am Ostermontag, dem Waldfest und der schon erwähnten Waldweihnacht, die seit 1968 durchgeführt wird. Dabei ist die gute und von gegenseitigem Nutzen und Vertrauen getragene Zusammenarbeit zwischen der Forstverwaltung, den in all den Jahren zuständigen Revierleitern und dem Albverein ganz besonders hervorzuheben.
Da die Anforderungen an die Gestaltung von Vereinsfesten in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, wurde es Zeit auch einen eigenen Küchenbereich einzurichten und das Umfeld neu zu gestalten. Mit der Unterstützung von örtlichen Firmen, die sich ehrenamtlich in großem Maße eingebracht haben, konnte dieses, vom Verein selbst finanzierte Vorhaben, jetzt abgeschlossen werden.

Historie und Entwicklung in 60 Jahren

Die Kühholzhütte – Heimat unserer SAV-Ortsgruppe
Wer heute an der idyllisch in einer schmucken Pflanzschule gelegenen Kühholzhütte vorbeiwandert, sieht auf den ersten Blick, dass hier eine lange kontinuierliche Bauentwicklung stattfand, und schmunzelt: „Typisch schwäbische Hüttenwerke“. In der Tat reiht sich Bau an Bau, wie er durch die forstliche Nutzung notwendig wurde.
Der erste Bau war eine einfache Geschirrhütte in Blockbauweise, an die sich bald ein Vesperraum und ein Arbeitsraum für die hier tätigen Pflanzschularbeiter und Arbeiterinnen reihte. Nach den großen Abholzungen durch die Besatzungsmächte nach dem zweiten Weltkrieg war der Forstpflanzenbedarf riesig und die überregional liefernde Pflanzschule Kitzinghof hatte reißenden Absatz. Für die empfindlichen Forstsaaten war künstliche Beregnung notwendig und so wurde sogar eine Wasserleitung in die Beete gelegt.

Der damals tätige Forstmann Willy Hack, von 1950 bis 1960 gleichzeitig Vertrauensmann des SAV Bartholomä, stellte gerne die heimelige Hütte für gesellige Veranstaltungen zur Faschingszeit und an Weihnachten zur Verfügung. Da saß man eng beieinander bei Kerzenlicht und bullerndem Ofen und erlebte schöne Stunden, wobei manch frohes Lied erklang. Bald aber reichte der Platz für den florierenden Albverein nicht mehr aus und man dachte an den Bau einer eigenen Hütte, mit Standort Hesselschwang oder draußen am alten Sportplatz. Aber die Ortsgruppe hatte nicht genügend Geld, um ein solches Projekt zu stemmen. Zudem war schon durch die stimmungsvollen Waldweihnachtsfeiern im Kühholz, die sich überaus großen Zuspruchs erfreuten, dort ein gewisses Heimatgefühl entstanden.

Unter den Vertrauensmännern Georg Fehleisen, 1961-1965, und vor allem unter Eugen Staudenmaier, 1965-1971, wurde eine Kooperation mit der Forstverwaltung gezimmert, die zu einem größeren Anbau an die bestehende Hütte führte. Damit sollte beiden Parteien geholfen werden. Die Forstverwaltung bekam einen großen Raum für Fortbildungen und Personalversammlungen des gesamten Amtes; der Albverein für ihre größeren Veranstaltungen eine Möglichkeit bis zu 50 Personen unterzubringen.
Unter großem Einsatz der Mitglieder ging man ans Werk. Mit unserem Mitglied Helmut Maier, Prokurist bei der Firma Barth- Fertigbau in Steinheim, hatte man den kompetenten Mann an der Hand, der für die Planung, Genehmigung und die Lieferung des Bauwerks sorgte. Auch der Innenausbau und die Möblierung ging durch mancherlei Sponsoring rasch vonstatten, sodass man frohen Herzens ab 1970 die Hütte in Benutzung nahm.
Ein Wunschtraum blieb aber nach wie vor noch unerfüllt. Es fehlte der Wasseranschluss in die Hütte, elektrischer Strom war nur mit Aggregat möglich und es fehlten vor allem die sanitären Anlagen. Noch manches Jahr verging bis diese Probleme gelöst wurden.

Der unvergessliche Vertrauensmann Helmut Wingert, 1971-1985, gestaltete mit seinem Akkordeon in der neuen Hütte stimmungsvolle Abende. Diese trugen zum intensiven Zusammenhalt der Ortsgruppe bei, der bis heute anhält. 1981 konnte dann auch das fließende Wasser in die Hütte gelegt werden, was für den Wirtschaftsausschuss unter Eugen Staudenmaier und später Franz und Lore Schweizer und Co. eine große Erleichterung war.
Im Jahre 1972 war der neue Förster Richard Haller für den pensionierten und leider früh verstorbenen Forstoberamtmann Willy Hack aufgezogen. Entgegen mancher Befürchtungen wurde die Zusammenarbeit zwischen Forst und Albverein nicht gestört. Ganz im Gegenteil. Der Neue sah im Albverein einen sehr tätigen Mitstreiter für die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes auf unserer Markung, was dieser auch durch mancherlei Pflanzaktionen im Dorf und außerhalb unter Beweis stellte.
Auch der weitere Ausbau der Kühholzhütte, der Bau von sanitären Anlagen und der Stromanschluss konnte in den Jahren 1982 bis 1985 endlich durchgeführt werden. Jahrelange Eingaben an die Forstdirektion durch den Revierinhaber Richard Haller und den damaligen Amtsvorstand Julius Halder wurden beim Dienstantritt des neuen Amtsvorstandes Axel von Detten von Erfolg gekrönt. Alle früheren Eingaben wurden mit dem Hinweis abgeschmettert, man wolle keinen Präzedenzfall schaffen. Endlich hatte man menschenwürdige Zustände, auch für die ständig in der Pflanzschule tätigen Mitarbeiter, hergestellt.

Unter Georg Bühr, Vertrauensmann von 1985 bis 1995, konnte nun die Hütte voll genutzt werden. Am Ostermontag, am Sommerfest, zur Waldweihnacht und bei den kleineren Zusammenkünften hatte man eine funktionierende Heimat. Das stärkte das Wir-Gefühl. Es zeigte sich jedoch, dass bei den großen Festen der Ansturm von Besuchern in der Hütte nicht mehr zu bewältigen war. Am Sommerfest genossen oft Hunderte das herrliche Ambiente im Wald auf dem Hof vor der Hütte. Wenn dann der Wettergott ein plötzliches Gewitter schickte, oder bei der Waldweihnacht statt Schnee nur Regen fiel, war der Albverein in Not.
Wieder traf das Bedürfnis des SAV mit dem der Forstverwaltung zusammen. Der Forst brauchte einen offenen Regenarbeitsplatz, sowie Abstellmöglichkeit für diverse Wagen und Anhänger, der SAV einen regengesicherten Unterstand und Platz zum Aufbewahren von allerlei sperrigen Gerätschaften.

1996 wurde unter Vertrauensmann Lothar Wolf (1995 bis 2003) schließlich auch dieser Bau errichtet, kurz bevor der langjährige Revierinhaber Richard Haller im Februar 1997 in den Ruhestand ging. Sein Sohn, Bauingenieur Martin Haller fertigte die Planung, die Statik und besorgte das Genehmigungsverfahren. Viele Albvereinler halfen nun in bewährter Weise beim Abbund und beim Aufstellen des offenen Schuppens. Es war eine Lust zu sehen, mit welchem Elan und Freude alle zu Werke gingen. Allen voran unser unermüdlicher Eugen Staudenmaier, der wie immer bei Arbeitseinsätzen stets für eine schlagkräftige Mannschaft sorgte.

Unter Vertrauensmann Jürgen Pfau (2003 bis 2011) wurde 2010 das Kühholzhüttendach teilweise erneuert.

2011 wurde unter dem 1. Vorsitzenden Erwin Schneider (2011-2017) in Absprache mit dem Forst-Verantwortlichen Henning Fath die Grundlage für eine neue Baumaßnahme geschaffen, an deren Ende eine voll funktionsfähige Küche und ein neu gestalteter Außenbereich entstanden ist.
Der Bau hat sich für beide Partner hervorragend bewährt und man könnte sich ihn nicht mehr wegdenken. So zeigt heute die Kühholzhütte in ihrem baulichen Werdegang ein getreues Abbild der gesamten Vereinsentwicklung.

Obwohl der Schwerpunkt des Vereines im Kennenlernen und in der Bewahrung unserer schönen Heimat liegt, also im Natur- und Landschaftsschutz, gehört auch die Pflege von Brauchtum, Tanz und Singen zu unserer Aufgabe. Dazu ist eine gut ausgestattete, funktionierende Hütte als Heimat der Ortsgruppe heute, wie in Zukunft die beste Voraussetzung.

2017 wurde Andreas Kühnhöfer als neuer 1. Vorsitzender gewählt.